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Foto von Mirja Kröger, Leiterin der Fachschule für Sozialpädagogik der DAA Berlin

Mirja Kröger zum Umgang mit der Corona-Krise


Die Leiterin der Fachschule für Sozialpädagogik der DAA Berlin, Mirja Kröger äußert sich im Folgenden dazu, wie die staatlich anerkannte Ersatzschule in der nun 9. Woche des Corona-bedingt eingeschränkten Schulunterrichts (abgezogen wurden die Osterferien) mit der aktuellen Situation umgeht.


M. K.   In den ersten 3 Wochen der Schulschließung – vor den Osterferien – haben die Lehrkräfte Material und Aufgaben zur Verfügung gestellt, die selbstständig bearbeitet werden mussten bzw. konnten, denn nicht alles war verpflichtend.

Seit dem Ende der Osterferien bieten wir zunehmend virtuelle Konferenzen zur regulären Unterrichtszeit an. Meist gibt es einen Termin zum Beginn des Unterrichts, darauf folgt eine selbstständige Bearbeitungszeit und gegen Ende gibt es nochmal einen virtuellen Austausch über die Ergebnisse.

Seit dem 4. Mai kehren wir langsam und eingeschränkt zum Präsenz-Unterricht zurück, indem die Klassen teilweise halbiert und mit maximal 12 Personen in der Schule unterrichtet werden.
Für Unterricht, der problemlos virtuell in einer Mischung aus Materialien, Aufgaben und Video-Konferenzen durchgeführt werden kann, behalten wir dieses Modell ohne Präsenz bei.
Zwischen den Oster- und den Sommerferien haben die Klassen auf diese Weise zwischen zwei- und sechsmal Präsenz-Unterricht. Regulär wären es
13-15 Schultage gewesen.

Was war Gegenstand der unter den Studierenden der Fachschule durchgeführten anonyme Befragung?

M. K.   Die Online-Befragung, an der 77 % der Studierenden teilnahmen. hat uns viele interessante Erkenntnisse darüber gebracht, wie die Studierenden die Gesamt-Situation und die schulische Organisation zurzeit empfinden. Abgefragt wurden u.a. folgende Aspekte:

  • Ich bin mit der aktuellen Unterrichtssituation zufrieden.
    (stimmt voll und ganz / stimmt teilweise / stimmt eher / stimmt überhaupt nicht)
  • Ich bin zufrieden / unzufrieden, weil… (offene Frage)
  • Die Anzahl an Aufgaben, die ich zu erledigen habe, ist mir zu viel, ich komme nicht hinterher.
    (stimmt voll und ganz / stimmt teilweise / stimmt eher / ich komme gut mit der Anzahl der Aufgaben zurecht)
  • Der Grund, warum ich Schwierigkeiten / bzw. keine Schwierigkeiten hatte, die Aufgaben zu bewältigen, war folgender… (offene Frage)
  • Ich mache mir Sorgen, weil… (offene Frage)
  • Was ich noch sagen wollte… (offene Frage)
Bild von zwei Frauen, auf der Couch sitzend und mit ihren Kindern spielend

Zu welchen konkreten Ergebnissen führte die Befragung?

M. K.   Die Antworten unserer Studierenden lassen sich so auf den Punkt bringen:

  • Das Ausmaß der derzeitigen Belastung klafft extrem auseinander.
    Einige arbeiten genauso viel wie sonst auch oder sogar mehr, müssen zuhause noch ihre eigenen Kinder beschäftigen/beschulen und sind insgesamt sehr belastet (Zitat: „Mama, Studentin, Erzieherin in Ausbildung und Frau gleichzeitig zu sein ist sehr herausfordernd, insbesondere in dieser Coronazeit.“).
    Andere sind von der Arbeit freigestellt und leiden eher unter Kontakt- und Aufgabenmangel.
  • Dementsprechend unterschiedlich wird die Belastung durch die schulischen Aufgaben wahrgenommen. Für manche ist das Pensum zu groß, für andere ist es genau richtig oder könnte sogar mehr sein.
  • Teilweise sind eine mangelhafte technische Ausstattung oder technische Probleme hinderlich bei der Wahrnehmung der virtuellen Angebote.
  • Natürlich spielen auch individuelle Vorlieben eine Rolle bei der Bewertung der Situation. Einigen fehlen der Präsenz-Unterricht und der Austausch mit den anderen sehr, andere genießen die flexible Zeiteinteilung und eigenständige Aneignung von Lernstoff.

Welche Meinungen wurden in der Umfrage zum Umgang der Fachschule mit der aktuellen Situation geäußert?

M. K.   Insgesamt wurde sehr viel Lob geäußert. Hier einige Beispiele:

  • „Ihr macht das großartig, ich fühle mich gut aufgehoben.“
  • „Vielen Dank für die ganze Organisation und das große Verständnis und die Fähigkeit, diese Lage zu meistern.“
  • „Ich merke keinen Unterschied in der Qualität im Vergleich zum Präsenz-Unterricht.“
  • „Ich fühle mich verstanden.“
  • „Bin sehr zufrieden.“
  • „Zu keiner Zeit fühlt man sich allein und bekommt meist zeitnah Unterstützung/Hilfe.“
  • „Ich finde es gut organisiert.“
  • „Ich bin froh und dankbar für das Verständnis von allen Lehrern und der Schule und den Versuch, alle persönlichen Situationen zu beachten.“
  • „Der virtuelle Unterricht gefällt mir sehr gut.“
  • „Man fühlt sich jederzeit gut informiert.“
  • „Die Lehrkräfte sind super erreichbar und antworten prompt auf E-Mails.“
  • „Unter den herrschenden Umständen ist es die beste Lösung“.

Welche Gedanken bewegen Sie im Hinblick auf die künftige Ausbildung von Erzieher*innen an der Fachschule für Sozialpädagogik?

M. K.   Zunächst gilt unser Dank allen, die sich die Mühe gemacht haben, uns auf diesem Wege ein Feedback zu geben. Natürlich freuen wir uns sehr über das viele Lob. Denjenigen, die derzeit besonders großen Belastungen ausgesetzt sind, bieten wir jederzeit Beratungsgespräche und individuelle Lösungen wie Fristverlängerungen, Leih-Laptops u. a.
Zumal uns erfreulicherweise sehr bald „Microsoft-Teams“ zur Verfügung stehen, was zwei große Verbesserungen mit sich bringen wird: zum einen können dann alle Beteiligten (Lehrkräfte und Studierende) an bis zu 10 Endgeräten das komplette Microsoft-Office-Paket nutzen. Zum anderen haben "Microsoft-Teams" sehr viele Funktionen, die für uns als Schule wahnsinnig praktisch sind. Alles, was wir für den Unterricht und die Kommunikation miteinander brauchen, ist hier unkompliziert und übersichtlich vereint.

  • So können z. B. Dokumente, Aufgaben, Videos ganz einfach und schnell hochgeladen und geteilt werden.
  • Dokumente können gemeinsam bearbeitet werden.
  • Die Videochat-Funktion kann den Präsenz-Unterricht ersetzen.
  • Termine sind auf einen Blick sichtbar und vieles mehr.

Wir sind zuversichtlich, dass wir diese Situation gemeinsam meistern werden.

Abschließend möchte ich zwei Zitate aus der Umfrage anführen, die vielleicht auch als hilfreiche Tipps und zur Motivation unserer Studiernden dienen können:

  • „Organisation und Prioritäten setzen sind der Weg zum Erfolg.“
  • „Ich denke, das ist alles eine organisatorische Frage und eine Frage des eigenen Willens, sich mit den Aufgaben zu befassen. Wenn man möchte, funktioniert alles, obwohl man seine vollen Stunden arbeiten muss und Familie hat.“

Berlin, 21. Mai 2020